Wanzer bekommt vollwertigen Hochwasserschutz

Stand der Bauarbeiten im Juli 2019 (Foto: Krei)

Seit jeher stehen die Häuser von Wanzer auf dem Deich am Aland unweit der Mündung in die Elbe bei Schnackenburg. Bei jedem Hochwasser kriecht das Wasser in den Ort und bedroht Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Viele Anstrengungen wurden unternommen um die Ortschaften am Aland zu schützen. Nur in Wanzer fehlte der vollwertige Schutz. Der Deich war zu niedrig und im außergewöhnlichen Lastfall standen etliche Häuser im Wasser.

Seit Sommer 2018 wird in den Wiesen zwischen Aland und dem Dorf gebaut um mit einen modernen standsicheren Deich zu bauen.  Mehr als 180.000 m³ Boden und Baustoffe werden bewegt und ein Großteil davon wird vor Ort gewonnen. Die Bodengewinnung begann schon Jahr 2017. Nach Fertigstellung werden sich die Entnahmestellen als Auen- und Flutrinnenbiotop mit leichter Unterstützung durch den Baubetrieb entwickeln.

Fertig gestellt werden soll der Deich im Jahr 2020.

Technische Projektdaten:

Deichlänge:   1400 m

max. Deichhöhe: 5,40 m

Dreizonendeich mit mineralischer Dichtung

Gesamtplanung:

Dipl. Ing. (FH) Tilo Köppe-Reib

Bauüberwachung:

Dipl. Ing. (FH) Steffen Krei

Auftraggeber:

Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt

Zeitraum:

Planung 2005 – 2018 / Realisierung 2018-2020

Baukosten:

ca. 3.500.000 Euro

Durchleitungsbauwerk Güstebieser Loose

Projekt des Monats im September 2009

EU-Flagge mText kl

Link zur offiziellen Seite des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft

Bauwerk während des Hochwassers 2010 (Foto: Krei)

Im 17. Jahrhundert floss die Oder noch durch das Oderbruch. Ab Güstebiese knickte der Strom um 90° und floss in Richtung Wriezen. Der Hauptstrom zog sich dann entlang der heutigen Alten Oder bis Hohensaaten und in Richtung Schwedt. Ab 1753 wurde zur Schiffbarmachung der Oder mit dem Bau des Oderkanals zwischen Güstebiese und Hohensaaten begonnen. 1832 wurde der verlandete Altarm der Oder mit dem durchgehenden Deich geschlossen. Seitdem fließt nur noch wenig Wasser in das relativ große Abflussprofil. Es kommt durch Zehrungsprozesse zu Sauerstoffdefiziten. Um die Alte Oder wieder an den Hauptstrom anzuschließen wurde ab 2005 mit den Planungen eines Einleitungsbauwerkes begonnen, welche zum Teil zweisprachig für Abstimmungen in der Grenzgewässerkommission ausgeliefert wurde. Um die Entnahmemengen zu steuern und zu dokumentieren, wurde die Anlage mit einer Durchflussmessung und einer automatischen Steuerung geplant.

Es wurden insgesamt 3 Durchleitungsrohre gebaut, um bei Niedrigwasser die genehmigten 1,0 m³/s im freien Gefälle aus der Oder entnehmen zu können. Die Schieberkammer wurde luftseitig vom Deich angeordnet. Die Deichdichtung wurde im Bauwerksbereich mit bis zu 14m langen Spundwänden realisiert, welche durch die vorgesetzten Flügelwände ausgesteift sind.

Die Deichschlitzung erfolgte im verlandeten ehemaligen Flussbett. Dabei mussten nicht tragfähige Sedimente ausgetauscht werden. Die Rohleitungen wurden im Deichbereich mit Sickerschilden ausgestattet und im Graben mit Flüssigboden komplett überbaut. Der Spundwandholm wurde ebenfalls so verfüllt.

Technische Projektdaten:

Oberwasser:         4,47 bis 10,40 m ü. NHN               Steuer Q:              1,00 m³/s

Unterwasser:        3,99 bis 4,95 m ü. NHN                max. Q bei MW:   2,50 m³/s

3 Rohrleitungen DN 600 (1 Regelleitung mit RKV, 2 absperrbare Durchleiter)

Gesamtplanung und Bauüberwachung:

Dipl. Ing. (FH) Steffen Krei

Auftraggeber:

Landesamt für Umwelt Brandenburg

Zeitraum:

Planung 2005 – 2008 / Realisierung 2008-2009

Baukosten:

1.756.000 Euro

 

Deichrückverlegung Lödderitz

Projekt:
Deichrückverlegung im Bereich Lödderitzer Forst im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes – Mittlere Elbe

Auftraggeber:
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt

Zeitraum:
Realisierung seit 2009

 

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