Durchleitungsbauwerk Güstebieser Loose

Projekt des Monats im September 2009

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Bauwerk während des Hochwassers 2010 (Foto: Krei)

Im 17. Jahrhundert floss die Oder noch durch das Oderbruch. Ab Güstebiese knickte der Strom um 90° und floss in Richtung Wriezen. Der Hauptstrom zog sich dann entlang der heutigen Alten Oder bis Hohensaaten und in Richtung Schwedt. Ab 1753 wurde zur Schiffbarmachung der Oder mit dem Bau des Oderkanals zwischen Güstebiese und Hohensaaten begonnen. 1832 wurde der verlandete Altarm der Oder mit dem durchgehenden Deich geschlossen. Seitdem fließt nur noch wenig Wasser in das relativ große Abflussprofil. Es kommt durch Zehrungsprozesse zu Sauerstoffdefiziten. Um die Alte Oder wieder an den Hauptstrom anzuschließen wurde ab 2005 mit den Planungen eines Einleitungsbauwerkes begonnen, welche zum Teil zweisprachig für Abstimmungen in der Grenzgewässerkommission ausgeliefert wurde. Um die Entnahmemengen zu steuern und zu dokumentieren, wurde die Anlage mit einer Durchflussmessung und einer automatischen Steuerung geplant.

Es wurden insgesamt 3 Durchleitungsrohre gebaut, um bei Niedrigwasser die genehmigten 1,0 m³/s im freien Gefälle aus der Oder entnehmen zu können. Die Schieberkammer wurde luftseitig vom Deich angeordnet. Die Deichdichtung wurde im Bauwerksbereich mit bis zu 14m langen Spundwänden realisiert, welche durch die vorgesetzten Flügelwände ausgesteift sind.

Die Deichschlitzung erfolgte im verlandeten ehemaligen Flussbett. Dabei mussten nicht tragfähige Sedimente ausgetauscht werden. Die Rohleitungen wurden im Deichbereich mit Sickerschilden ausgestattet und im Graben mit Flüssigboden komplett überbaut. Der Spundwandholm wurde ebenfalls so verfüllt.

Technische Projektdaten:

Oberwasser:         4,47 bis 10,40 m ü. NHN               Steuer Q:              1,00 m³/s

Unterwasser:        3,99 bis 4,95 m ü. NHN                max. Q bei MW:   2,50 m³/s

3 Rohrleitungen DN 600 (1 Regelleitung mit RKV, 2 absperrbare Durchleiter)

Gesamtplanung und Bauüberwachung:

Dipl. Ing. (FH) Steffen Krei

Auftraggeber:

Landesamt für Umwelt Brandenburg

Zeitraum:

Planung 2005 – 2008 / Realisierung 2008-2009

Baukosten:

1.756.000 Euro

 

Hochwasserschadensbeseitigung Seege, Bömenzien

Projekt:
Hochwasserschadensbeseitigung Seege, Bömenzien

Auftraggeber:
Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt

Zeitraum:
Planung (LP 2 bis 7, öBÜ) 2009 – 2015 / Realisierung 2013 – 2015

Beschreibung:
Während der Elbehochwässer im August 2002, im Januar 2003, April 2006 und Juni 2013 kam es durch Rückstau des Elbewassers über die Seege-Niederung in den Zehrengraben zu Überflutungen von landwirtschaftlichen Flächen und Stallanlagen sowie einigen Wohngebäuden.
Im Nachgang dieser Hochwässer wurden mehrere Varianten für einen zeitgemäßen Hochwasserschutz untersucht. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde die folgende Hochwasser-Schutzvariante umgesetzt:

  • Deichbau nördlich von Bömenzien, Deichkronenhöhe 20,30 m ü NHN,
  • Absperrbauwerk,
  • operative Verteidigung der Straße zwischen Aulosen und Bömenzien sowie Wasserspeicherung in der Niederung bis 18,50 m ü NHN

Das Absperrbauwerk ist eine Kombination aus Brücke und Verschluss. Die Brücke überführt den 3,0 m breiten Deichverteidigungsweg. Das Bauwerk sperrt den Zehrengraben gegen die im Hochwasserfall in die Seege-Niederung zurückstauende Elbe mittels zwei 4-seitig dichtenden Edelstahl-Spindelschützen ab. Das Stahlbetonbauwerk wurde in einem Spundwandkasten (Bohlenlängen 10 m) flach gegründet. Das Brückenbauwerk wurde als Einfeld-Platte mit einer lichten Weite von 7,80 m ausgeführt.

Absperrbauwerk

Zehrengraben-Absperrbauwerk


Der neue Deich besitzt eine konstante Deichkronenhöhe von 20,30 m ü NHN und eine Trassenlänge von ca. 1.600 m. Der Deich wurde als Zwei-Zonen-Deich ausgebildet (siehe Abbildung 2) und ist im Mittel ca. 2,30 m hoch. Auf der 4,50 m breiten Krone wurde der Deichverteidigungsweg abschnittsweise mit Betonsystempflaster und Asphalt befestigt.
Regelprofil Deich

Regelprofil Deich